Book Extracts

The first chapter of each book

 

Meine Schafe Hören Meine Stimme

Meine Schafe hören meine Stimme

Joseph Hedgecocks erstes Buch und zugleich dasjenige, das am engsten mit seinem Auftrag verbunden ist.

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 Gott kennen ..... 1
Kapitel 2 Ein gutes Fundament ..... 12
Kapitel 3 Warum hat Gott den Menschen erschaffen? ..... 18
Kapitel 4 Den Herrn hören ..... 23
Kapitel 5 Praktische Schritte zur Gemeinschaft mit Gott ..... 40
Kapitel 6 Gemeinschaft mit Gott herstellen ..... 66
Kapitel 7 Unentbehrliche Schritte zur Gemeinschaft ..... 76
Kapitel 8 Tägliches Wachstum und Gemeinschaft ..... 87
Kapitel 9 Die enge Pforte und der schmale Weg ..... 105
Kapitel 10 Gottes Stimme bestätigen lassen ..... 114
Kapitel 11 Wie das ausgereifte Kommunikationssystem funktioniert .....130
Kapitel 12 Alles zusammenfügen .....139
Kapitel 13 Schlussfolgerung .....157

 

Kapitel 1

Gott kennen

Wir beginnen dieses Studium mit einem Kapitel darüber, dass man Gott persönlich, tief und innig kennen kann. Es ist wichtig zu verstehen, dass viele Gläubige auf der Erde Gott nicht wirklich kennen. Obwohl sie ihm begegnet sind, als sie Jesus in ihr Herz aufgenommen haben, strebten sie nicht nach einer Beziehung mit ihm. Darum haben sie ihn nie wirklich kennen gelernt.
        Es gibt viele Schriftstellen in der Bibel, die zeigen, was Gott uns alles eröffnet hat, und was uns durch Christus zur Verfügung gestellt wurde. Weil Jesus uns so sehr liebte, dass er zu unserer Erlösung durch sein Blut sein Leben niederlegte, wurde für uns Vorsorge getragen, ihn und auch genauso den Vater kennen zu können. Gottes Absicht für seine Kinder ist, dass wir zu bleibender Gemeinschaft mit ihm gelangen, nachdem wir Jesus als unseren persönlichen Retter angenommen haben, nicht nur einfach Jesus „begegnen“ aber nie eine persönliche Beziehung mit ihm oder dem Vater aufbauen.
        Von Menschen, die ihn zu einem gewissen Grad gekannt haben, wurden Tausende von Büchern über Gott geschrieben. Du kannst die Bücher derer studieren, die als große Männer und Frauen Gottes anerkannt waren. Du kannst herausfiltern, was sie während ihres Dienstes über Gott gelernt haben. Viele dieser treuen Diener lebten fünfzig oder sechzig Jahre mit Gott, und du kannst gewisse Einblicke, wie Gott ist, bekommen, indem du ihr Leben studierst. Viele Gläubige sind so vorgegangen, bei dem Versuch, mehr über Gott zu erfahren. Viele studierten genauso die Schriften von Paulus, Petrus oder anderer, deren Einsichten im Wort Gottes enthalten sind. Auf diese Weise kann man mehr Wissen über Gott und wie er wirkt erwerben.
        Jedoch ist dadurch in der „Theologie“ ein Problem entstanden. Die Gemeinde hat sich eher darauf konzentriert, über Gott zu studieren, als Gott selbst zu erforschen. Wir haben das Studium über Gott mit „Theologie“ betitelt, und lehren es so auf der ganzen Welt in Seminaren und Bibelschulen. Gläubige studieren die Bibel und auch andere Bücher, die von Männern und Frauen Gottes geschrieben worden sind, um festzustellen, was dort über Gott gesagt wird. Aber wir haben das Wichtigste ausgelassen, nämlich unser persönliches, individuelles Studium Gottes! Reine Theologie ist nicht das Studium über Gott, sie ist die Erforschung Gottes selbst. Was ist Gottes Absicht für uns? Dass wir ihn kennen lernen, - durch eine persönliche Beziehung mit ihm!



Ein persönlicher Erlöser

        Als ich Jesus als meinen persönlichen Erlöser angenommen habe, bin ich nicht unter den Regenschirm der Errettung einer anderen Person gekommen. Ich selbst stehe oder falle vor Gott. Meine Errettung ist nicht von einem Pastor, Priester, einer Gemeinde oder Denomination abhängig, sondern allein von meiner persönlichen Beziehung zu Jesus Christus.
        Meine Beziehung mit Gott hat sich entwickelt, da ich die Anstrengung unternommen habe, ihn persönlich kennen zu lernen. Es geschah nicht, weil jemand anderes Gott für mich gesucht hat. Wenn das möglich gewesen wäre, hätten meine Eltern dafür gesorgt, lange bevor es geschah. Mein Vater war ein sehr gottesfürchtiger Pastor, der den Herrn selbst innig kannte, aber ich musste selbst zum Kreuz gehen. Ich musste mein Herz öffnen, mich demütigen und das Sühneopfer Christi persönlich empfangen. Kein anderer konnte es für mich tun.
        Ich hörte Berichte von anderen Christen, die Jesus begegnet sind, aber ich musste ihn immer noch selbst erleben. Mein Leben veränderte sich, als ich Augenzeuge der Liebe Gottes wurde und sie persönlich erlebte.



Gott persönlich kennen
        Meine persönliche Beziehung mit Gott nützt dir wenig, weil du sie selbst erleben musst. Du bist Gott vielleicht dankbar für das, was du in meinem Leben oder dem Leben von jemand anderes siehst, jedoch ist das nicht das Gleiche, wie diese persönliche Beziehung selbst zu erleben.
        Es ist ungefähr so, als ob man ein Zuschauer bei einer Sportveranstaltung ist, anstatt ein Teilnehmer am Spiel zu sein. Es ist unterhaltsam, das Spiel zu verfolgen, aber es ist viel aufregender, tatsächlich am Spiel beteiligt zu sein! Als Teilnehmer gibt es viel mehr zu gewinnen oder zu verlieren.
        Genauso ist es bei einer Beziehung mit Gott. Diese Beziehung ist für mich wegen dem, was ich investiert habe, um eine persönliche Gemeinschaft mit Gott zu entwickeln, von viel größerem Wert, als für solche, die diese Beziehung lediglich beobachten. Sie mögen die Vorzüge sehen, aber es bedeutet ihnen nicht viel, weil sie nicht wie ich Jahre verbracht haben, um diese Beziehung aufzubauen.



Eher Begegnungen als eine Beziehung

        Es wird heute sehr wenig weiterführende Lehre verbreitet, wie man Gott kennen lernt und eine persönliche, innige Beziehung mit ihm entwickelt. Uns wird gelehrt, wie wir Errettung erfahren, wie wir vom Heiligen Geist erfüllt werden, wie Gott in besonderen Situationen eingreifen wird, usw. Solche Erfahrungen geschehen jedoch im Leben eines Christen eher vereinzelt. Es liegen gewöhnlich längere Zeiträume zwischen den Momenten, in denen die meisten Gläubigen bewusst erleben, dass sich die Gegenwart Gottes in ihrem Leben auswirkt.
        Das ist nicht, was Gott beabsichtigte! Es gibt einen besseren Weg. Ja, Gott möchte, dass wir diese Erfahrungen machen und uns über die Wirkungen seiner Gegenwart freuen. Dennoch ist es ein riesiger Unterschied, ob man jemanden gelegentlich trifft oder ob man mit ihm jeden Tag ständig zusammen lebt. Wenn du jemand wirklich kennen lernen willst, musst du mit ihm beständig Zeit verbringen, anstatt ihn gelegentlich zu treffen. Das ist, was Gott für uns geplant hat!
        Art von Beziehung mit Gott, von der ich spreche, ähnelt der, die ich mit meiner Frau Shirley habe. Weil wir seit 1965 verheiratet sind, kenne ich sie viel besser als irgendjemand anderen und sie kennt mich ebenso gut. Die Nähe, die wir miteinander erleben, weil unsere Herzen füreinander offen sind, hat zur Folge, dass wir uns zutiefst kennen.
        Aber der Herr kennt mich noch viel tiefer als das! Er kennt jeden Augenblick meine Gedanken und die Absichten meines Herzens. Mein Herz ist vor Gott völlig offen gelegt, ob ich das nun will oder nicht.
        Es ist möglich, die Tür deines Geistes vor anderen Menschen zu verschließen, aber niemand kann sein Herz vor Gott verstecken. Wenn du dich entscheidest, dein Herz vor Gott zu öffnen und eine Beziehung mit ihm zu suchen, wirst du entdecken, dass Gott ebenfalls beginnt, dir sein Herz zu öffnen. Das ist der erste Schritt, um eine Beziehung zu entwickeln, die viel tiefer führt als eine anfängliche Begegnung mit ihm.



Bleibende Gemeinschaft mit Gott steht dir zur Verfügung

        Viele Jahre galt es in einigen christlichen Gruppen als selbstverständlich, dass eine persönliche, innige Beziehung mit dem Herrn nur der „Elite“ der Gemeindeleiterschaft offen stehen würde. Es schien unmöglich, sich Gott persönlich zu nähern oder ihm nahe zu sein. In den letzten Jahren gab es jedoch ein geistliches Erwachen und viele Gläubige beginnen zu erkennen, dass sich Gott Gemeinschaft mit allen seinen Kindern wünscht.
        Gott wird in den Gemeinden erlebt und Christen genießen die Wirkungen seines Heiligen Geistes. Obwohl das Ganze immer noch eher das Ergebnis vereinzelter Erfahrungen ist, anstatt einer fortschreitenden Beziehung, beginnen sie die Gegenwart Gottes zu genießen.
       
Unglücklicherweise haben einige Gläubige eine „Karriere“ daraus gemacht, von einer Gemeinde zur nächsten zu gehen, um eine Bewegung des Heiligen Geistes zu spüren. Sie nehmen sich nicht die Zeit, eine persönliche Beziehung mit Gott zu entwickeln und kennen ihn nicht wirklich. Es mag sein, dass sie sehr interessiert sind, etwas über die Erfahrungen anderer, die Gott begegnet sind oder ihn persönlich kennen, zu lernen. Aber sind sie wirklich daran interessiert, sich selbst zu bemühen, eine solche Beziehung mit ihm zu entwickeln?



Unser Vater wünscht sich Gemeinschaft mit jedem von uns
        Gott hat uns zur Gemeinschaft mit ihm geschaffen! Bevor Adam sündigte, wandelte er in vollkommener Harmonie mit Gott. Der Herr kam in der Kühle des Abends herab, um mit Adam zu reden (Genesis 3,8). Das war ein außergewöhnliches Vorrecht, aber Adam verlor diese Gemeinschaft, als er Gott ungehorsam war.
        Jesus kam, um den Preis zu zahlen und so den Abgrund, der uns vom Vater trennte, zu überbrücken. Er gab sein Leben, um unsere Sünden hinwegzunehmen, sodass wir wieder die Gemeinschaft mit Gott haben können, wie es auch seine ursprüngliche Absicht für uns gewesen war. Aufgrund der Erlösung, die uns durch Jesus frei zur Verfügung gestellt ist, können wir das Sühneopfer annehmen und zurückkehren, um mit dem Vater zusammenzuleben (Titus 3,3-7; 1. Johannes 1,3).



Ein verdrehtes Wertesystem

        Es scheint, dass wir in einer Zeit leben, in der Menschen, Gläubige eingeschlossen, alles außer Gott suchen! Wir schreiben Dingen, die einen geringen oder keinen tatsächlichen Wert besitzen, zu viel Wert zu, und wir schätzen andere Dinge, die tatsächlich unbezahlbar sind, gering oder halten sie für wertlos. Unsere ganze Vorstellung von Gut und Böse hat sich verdreht. Wir sind an den Punkt gekommen, dass wir ausleben, wovor uns die Bibel in Jesaja 5,20 warnt. Was gut ist, wird böse genannt, und was böse ist, nennt man gut.
        Viele Gläubige haben eine falsche Gottesfurcht. Sie sind ihm gegenüber sehr misstrauisch, und er wird immer für alles Negative in ihrem Leben verantwortlich gemacht. Sie scheinen zu glauben, dass Gott auf die Gelegenheit wartet, sie immer, wenn sie einen Fehler machen, streng zu richten.
        Gleichzeitig nehmen wir für alles Gute in unserem Leben den Ruhm selbst in Anspruch. Wir versäumen, Gott für die guten Dinge, die wir jeden Tag genießen, die Ehre zu geben. Auch machen wir den Teufel für unsere Charakterschwächen verantwortlich (geben ihm die Schuld), obwohl sie tatsächlich Auswirkungen unserer selbstsüchtigen, rebellischen Natur sind. Dadurch haben wir den Teufel in einen Bereich der Macht erhoben, den er gar nicht besitzt!
        Wir verleugnen durch unseren Unglauben auch die Macht Gottes, während wir uns gleichzeitig selbst aufspielen, als ob wir die Kontrolle über unser Leben und unsere Zukunft hätten. Das ist die Grundlage des Humanismus, und unglücklicherweise verbreitet sich diese Täuschung unter Gläubigen rasch! Die Vorstellung, dass du dein Schicksal selbst kontrollieren kannst und dich „geistlich“ weit genug entwickelst, um selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen, und so dein Leben zu bestimmen, ist eine Lüge Satans!
        Sobald du dich aus Christus hinausbewegst, ist es gleichgültig, was du alles zustande bringst. Es hat keinen wahren Wert. Es mag zeitliche Vorteile bringen, aber es hat absolut keinen ewigen Wert. Es gibt nichts von wahrem Wert außerhalb von Jesus Christus und seiner Herrschaft! Römer 7,18a (AMPL) sagt: „Denn ich weiß, dass nichts Gutes in mir wohnt, gemeint ist, in meinem Fleisch ...



Wahrer Erfolg
        Heutzutage scheint „Erfolg“ das Schlagwort in den meisten Gemeinden zu sein. Wenn etwas erfolgreich ist, muss es gut sein. Dennoch haben einige der gottlosesten Menschen in der Welt den größten Erfolg. Viele Menschen lügen, betrügen und stehlen, um Erfolg zu haben. Ich sage nicht, dass es böse ist, erfolgreich zu sein, aber sich weltlichen Erfolg als Ziel zu setzen, ist ein Irrtum, der leider Eingang in die Gemeinden gefunden hat. Selbst wenn du Erfolg hast, was besitzt du dann wirklich? Du hast etwas erreicht, was nur vorübergehenden Wert hat.
        Schauen wir uns einmal Jeremia 9,22 und 23 an. „So spricht der HERR: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums; sondern wer sich rühmt, rühme sich dessen: mich zu verstehen und mich zu kennen, dass ich der HERR bin, der Gnade, Recht und Gerechtigkeit übt auf der Erde; denn daran habe ich Gefallen, spricht der HERR.“
        Der Herr sagt, dass wir uns nicht unserer Weisheit, Stärke (Macht) oder unseres Reichtums rühmen sollen, doch das häufigste Streben in dieser Welt (sogar bei Gläubigen) betrifft eine oder sogar alle drei dieser Kategorien. Menschen sind getrieben, sich Wissen anzueignen und auf die Weisheit, die sie erworben haben, stolz zu sein.
        Viele Menschen haben große, machtvolle Reiche auf dem Erdkreis errichtet, um ihre Macht zu demonstrieren. Unsere fleischliche Natur strebt nach dieser Art von Macht und Kontrolle. Ein Teil der ursprünglichen Bestimmung des Menschen war es, Herrschaft auszuüben, doch Satan hat Herrschaft entstellt und verleitet uns, sie aus dem Fleisch heraus anzustreben.
        Schließlich versuchen viele Menschen, Reichtümer anzuhäufen, sodass sie vollkommen unabhängig sein können, ihr Leben selbst bestimmen, und nach allem trachten können, was ihr Herz begehrt. Reichtum gibt ihnen die Macht, all die Lüste ihres Fleisches zu stillen. Doch der Herr sagte, du sollst dich nur dessen rühmen, dass du ihn kennst und verstehst.



Sich rühmen, Gott zu kennen und zu verstehen

        Wie ich bereits sagte, wird sehr wenig darüber gepredigt, wie wunderbar es ist, dass wir Gott kennen und verstehen können. Einige Gläubige reagieren, als ob solch ein Gedanke gotteslästerlich sei. Es scheint beinahe so, als wäre es respektlos, wenn man meint, dass man Gott kennen (geschweige denn ihn verstehen) kann. Aber Gott beabsichtigt nicht, unbekannt zu bleiben. Gott versucht nicht, sich vor seinen Kindern zu verbergen. Er ist Licht, und wie kann man Licht verbergen? Die Werke, die Jesus tat, wurden nicht im Geheimen getan. Er sprach sehr klar über das, was er tat und über seine Absichten für unser Leben.
        Gott möchte, dass wir ihn kennen und ihn verstehen, weil er unser Vater ist! Wenn Gott zulässt, dass du durch Prüfungen gehst, versucht er nicht, dir das Leben schwer zu machen. Gott möchte dein Herz prüfen, um zu sehen, ob du ihm genug vertraust, dass du ihm gehorchst, gleichgültig ob du verstehst, was er tut oder nicht. Danach wird er anfangen, dir Verständnis zu geben. Er wird dich vom Diener zum Freund befördern.
        Die Jünger blieben während seines gesamten Dienstes bei Jesus. Sie sahen die Menschenmengen kommen und wegen der „harten Worte“, die Jesus sagte, wieder gehen. Jesus fragte sogar Petrus, ob er auch gehen wolle, aber Petrus antwortete, dass er sonst nirgendwohin gehen könne, denn nur Jesus hätte die Worte des Lebens (Johannes 6,67 und 68). Nachdem die Jünger eine Zeit mit Jesus gelebt hatten, nannte er sie Freunde und nicht mehr Diener, weil sie getan hatten, was auch immer er ihnen befohlen hatte (Johannes 15,14 und 15).
        Was sein Herr tut, weiß und versteht ein Diener nicht, aber einem Freund wird der Herr seine Herzensmotive erklären. Man bekommt keine Einsicht in das, was Gott tut, wenn man erst gerade anfängt, ihm zu dienen. So funktioniert das einfach nicht. Man fängt damit an, dass man Zeit mit Gott verbringt und ihm gehorcht.
        Wenn du Jesus liebst, wirst du seine Gebote halten (Johannes 14,15). Dann werden der Vater und der Sohn kommen und ihre Wohnung (ihren Aufenthaltsort) bei dir machen (Johannes 14,23). Sie werden sich dir offenbaren. Wenn Gott in dir wohnt, wirst du anfangen, ihn kennen zu lernen. Du wirst vertrauter mit ihm, indem er in deinem Leben und durch dein Leben wirkt.
        Nach einiger Zeit, in der du im Gehorsam und in Gemeinschaft mit Gott gelebt hast, wird er anfangen, dir einige Dinge zu erklären. Er wird beginnen, dich auf die Stufe eines Freundes zu erheben. Sobald er die Treue in deinem Herzen sieht, wird er anfangen, dir Kenntnisse über sein Königreich anzuvertrauen. Er wird anfangen, dir zu zeigen, warum er bestimmte Dinge tut.
        Besonders hilfreich ist es, wenn Gott von dir etwas verlangt, woran die meisten Christen sich stoßen würden, weil sie Gottes Absichten nicht verstehen. Wenn man Gott nur von weitem beobachtet, scheint das, was er tut, manchmal unlogisch zu sein. Aber wenn du ihn kennen lernst, wirst du feststellen, dass alles, was er tut, in jeder Hinsicht vollkommen ist.



Ein biblisches Fundament

        Für alles, was wir in unserer Beziehung mit Gott zur Anwendung bringen wollen, sollten wir eine gute biblische Grundlage haben. Jedem Kind Gottes sind grundlegende Wahrheiten, in dem Augenblick, wo es in das Reich Gottes hineinkommt, zur Verfügung gestellt. Aber um richtig zu funktionieren, erfordern diese Wahrheiten einiges an grundsätzlichem Verständnis. Wir müssen wissen, wer wir sind, was Gott von uns erwartet und welche Art von Beziehung er uns zur Verfügung gestellt hat.
        In Johannes 17 betete Jesus für seine Jünger, bevor er gefangen genommen und ans Kreuz geschlagen wurde. Ich empfehle, dass du das ganze Kapitel liest und darüber nachsinnst, weil es so deutlich des Herrn Herz für die, die ihm nachfolgen zeigt. Johannes 17,20 sagt: „Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben.“ Aus diesem Vers wird deutlich, dass Jesus dieses Gebet genauso für uns wie für seine Jünger betete.
        In Johannes 17,1-3 betete Jesus für uns, dass wir das Geschenk des ewigen Lebens empfangen: „Dies redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche, wie du ihm Vollmacht gegeben hast, über alles Fleisch, dass er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben gebe! Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, kennen.
        Wenn eine Person die Erlösung, die in Jesus Christus ist, annimmt, ist ihr die Möglichkeit geschenkt, ewiges Leben zu empfangen. Aber was bedeutet dies tatsächlich? (Johannes 17,3 ist die einzige Schriftstelle in der Bibel, die ewiges Leben klar und spezifisch definiert.) Ewiges Leben ist die Befähigung, Gott und Jesus Christus, den er gesandt hat, zu kennen. Das ist die Kernaussage über das ewige Leben, und Gott hat dieses Geschenk jedem seiner Kinder zur Verfügung gestellt. Jeder von uns kann Gott persönlich kennen und nicht nur Wissen über ihn haben.
        Bevor der Herr mir durch diese Schriftstellen göttliche Einsicht schenkte, hatte ich gedacht, ewiges Leben bedeutete, dass ich niemals sterben würde. Als ich Gottes Wort studierte, erkannte ich sehr bald, dass ich mit einem ewigen Geist geboren wurde, der niemals sterben würde, ungeachtet dessen, ob ich nun errettet würde oder nicht. Jeder Geist, der erschaffen wurde, wird die Ewigkeit entweder in der Gegenwart Gottes oder im Feuersee verbringen, abhängig davon, welche Entscheidung die einzelne Person trifft, entweder Jesus Christus anzunehmen oder ihn abzulehnen. Ich war überrascht, herauszufinden, dass ewiges Leben bedeutet, dass ich den Vater und den Sohn persönlich kennen kann.
        Das Wort kennen in Johannes 17,3 wird im ursprünglichen, griechischen Text definiert als: „(völlig) kennen, (in einer großen Vielfalt von Anwendungen und mit vielen Bedeutungen, wie folgend, mit anderen nicht so klar zum Ausdruck gebrachten): zulassen, sich bewusst sein, empfinden, bekannt (Wissen haben), erkennen, entschieden sein, kann sprechen, sicher sein, verstehen.“ (Strong’s #1097 N.T.). Diese Bedeutung ist mit dem Wort erkannte vergleichbar, das in 1. Mose 4,1 verwendet wird, als Gott sagte, dass Adam Eva erkannte und sie schwanger wurde (Strong’s #3045 O.T.). Kennen und erkannte bedeuten grundsätzlich, jemanden auf vielfältige Weise durch Erfahrung von Intimität zu kennen. Diese resultiert daraus, dass man qualitativ hochwertige Zeit zusammen verbringt, sehr ähnlich der Art, wie ein Ehemann seine Frau kennt. Sich kennen entsteht dadurch, dass zwei Personen, sich eher von Herzen einander mitteilen als vom Verstand.
        Wie ich bereits erwähnt habe, kenne ich meine Frau Shirley besser, als irgendjemand anders sie kennt, und sie kennt mich auf dieselbe Art und Weise. Unsere Herzen waren immer füreinander offen. Weil wir eine so große Nähe (Intimität) immer aufrechterhalten haben, genießen wir eine sehr enge, persönliche Beziehung. Das ist die Art von „kennen“, zu der uns Johannes 17,3 berechtigt, sie mit dem Vater und dem Sohn zu erleben.



In der Familie

        Du kannst das ewige Leben damit vergleichen, in eine natürliche Familie geboren zu sein. Dein Zuhause, dein Essen und dein Schutz sind Teil des Gesamtpakets, aber die eigentliche Grundlage einer Familie ist die Liebe und Gemeinschaft, welche die Familienmitglieder genießen, indem sie die persönlichen Beziehungen zueinander pflegen.
        Hast du schon einen Einblick erhalten, wie herrlich es ist, ein Kind des allmächtigen Gottes zu sein? Unser Vater hat uns das ewige Leben gegeben und wir sind in seine Familie hineingeboren. Er ist kein gewählter Vertreter, dessen Amt alle paar Jahre neu bestätigt werden muss. Er ist der Schöpfer des Universums und von allem, was lebt. Ihm gehört die Erde und alles, was in ihr ist, aber er hat uns das Geschenk des ewigen Lebens gegeben, damit wir ihn kennen können!
        Es erstaunt mich, dass die meisten Christen nie von dieser Einladung Gebrauch gemacht haben. Sie sind zu sehr mit ihrer Karriere beschäftigt oder sie haben keine Zeit für Gott, weil sie lieber fernsehen oder ein Buch lesen wollen. In Apostelgeschichte 17,28a sagt Paulus: „Denn in ihm leben und weben und sind wir.“ Paulus erkannte, dass Christus alles ist! In ihm allein ist alles was irgendeinen Wert besitzt. Doch sehr wenig Gläubige akzeptieren diese Wahrheit wirklich. Sie scheinen nicht zu begreifen, welch ein Privileg und ehrfurchtgebietende Angelegenheit es ist, Gott kennen zu dürfen.



Henoch

        Henoch war einer der bedeutendsten Männer in der Bibel. 1. Mose 5,21 sagt uns, dass er 65 Jahre alt war, als er Methusalem zeugte. Zu dieser Zeit, fing er an, mit Gott zu wandeln und er setzte diesen Wandel mit Gott weitere 300 Jahre lang fort. 1. Mose 5,24b berichtet: „...Gott nahm ihn hinweg“ und er war nicht mehr da. Vielleicht wurde Gott es leid, jeden Tag auf die Erde hinunterzugehen, um mit ihm zu wandeln!
        Heute scheinen Gläubige Probleme zu haben, drei Tage oder drei Wochen lang mit Gott im Einklang zu leben, geschweige denn 300 Jahre lang, doch es gibt keinen Grund, warum wir mit Gott nicht genauso wandeln können. Er hat das ewige Leben für uns zur Verfügung gestellt. Er möchte jetzt mit uns Gemeinschaft haben und uns vorbereiten, mit ihm während des tausendjährigen Reiches und in der Ewigkeit zu herrschen und zu regieren (Offenbarung 2,26 und 27).
        Uns erwartet als Christen eine Zukunft, die jenseits unseres Fassungsvermögens ist. Wir haben nur eine kurze Zeit, um uns für die Ewigkeit vorzubereiten. Es ist entscheidend, dass wir unseren Vater kennen und verstehen lernen, denn unsere Ewigkeit wird sich auf der Grundlage unserer Beziehung, die wir jetzt mit ihm entwickeln, entscheiden. Die Tür steht offen. Der Sohn Gottes hat uns den Weg bereitet, sodass wir mit Kühnheit zum Thron Gottes kommen können, um Gnade und Barmherzigkeit zu empfangen (Hebräer 4,16). Es ist einzig und allein Gottes Gnade, dass Gott zu uns reden und mit uns Gemeinschaft haben will.
        Während du dieses Buch weiterliest, möchte ich dich ermutigen, die Gelegenheit zu ergreifen, Gott zu kennen. Gott wird zu deinem Herzen sprechen. Du kannst ihn kennen lernen und eine persönliche, innige Beziehung mit ihm entwickeln. Glaube, dass er Gott ist und dass er denen, die ihn ernsthaft suchen, ein Belohner sein wird (Hebräer 11,6)!